Spitzenforscher beginnen mit europäischem Forschungsprojekt “EU-CaRE”, um Lebensqualität und Unabhängigkeit von älteren Herzpatienten zu verbessern.

Top researchers have received funding for European cardiac rehabilitation project

EU-CaRE ist ein europaweites Forschungsprojekt im Bereich der kardiologischen Rehabilitation speziell für ältere Patienten. Es wird von Horizon 2020, dem aktuellen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union gefördert. Ziel ist es, die Lebensqualität und Unabhängigkeit von insbesondere älteren Herzpatienten zu verbessern. Zusätzlich soll dem immensen Kostendruck entgegengewirkt werden, der auf das Gesundheitswesen zukommt. Ein Netzwerk von führenden Herzzentren und Forschungsinstituten aus sieben europäischen Ländern startete am 1.Mai 2015 mit dem Vergleich und der Optimierung von Rehabilitationsprogrammen für Ältere.

EU-CaRE soll so zu neuen, maßgeschneiderten Behandlungsleitlinien führen. Eine Neuheit, die dieses Projekt außerdem mit sich bringt, ist der Einsatz von Telemedizin zur kardiologischen Rehabilitation von Älteren.

Die Projektleitung obliegt Dr. Arnoud van´t Hof, Kardiologe im Isala Heart Center (Zwolle in den Niederlanden).

Das EU-CaRE Projekt

Die Lebensqualität und Unabhängigkeit von älteren Herzpatienten zu verbessern, gehört zu den größten Herausforderungen in Europa. Kardiovaskuläre Erkrankungen führen jedes Jahr zu mehr als vier Millionen Sterbefällen in Europa. Das gilt insbesondere für die ältere Bevölkerung. Bedingt durch die alternde Gesellschaft wird sich diese Lage in den kommenden Jahrzehnten weiter verschärfen und zusätzlichen Druck auf das Gesundheitssystem ausüben.

Die Forschung zeigt, dass sich kardiologische Rehabilitation positiv auf die körperliche Verfassung und die Lebensqualität von Herzpatienten auswirkt. Dadurch werden wiederum die Gesundheitsausgaben gesenkt. In den letzten 15 Jahren ist die Präventionsleistung durch kardiologische Rehabilitation zunehmend ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Diese Entwicklung führte europaweit zu verschiedenen Rehaprogrammen, denen der gemeinsame Konsens fehlt. Hinzu kommt, dass wenig über die Effektivität von einzelnen Behandlungskomponenten und ihre Eignung für spezielle Patientengruppen bekannt ist. EU-CaRE will nun einen Durchbruch in der Behandlung von Herzpatienten erzielen: Unter Einbezug aller teilnehmenden Länder sollen neue europäische Guidelines und Behandlungsprotokolle speziell für Ältere entstehen.

EU-CaRE Partner

Die EU-CaRE Partners sind: Isala (Zwolle, The Netherlands), Region Hovedstaden (Copenhagen, Denmark), Assistance Publique – Hôpitaux de Paris (Paris, France), Universität Bern (Bern, Switzerland), Stiftung Institut für Herzinfarktforschung (Ludwigshafen am Rhein, Germany), Servizo Galego de Saúde (Santiago de Compostella, Spain), Azienda Ospedaliero-Universitaria di Parma (Parma, Italy), Diagram B.V. (Zwolle, The Netherlands), Università degli Studi di Roma ‘la Sapienza’ (Rome, Italy) and MobiHealth B.V. (Enschede, The Netherlands).

Horizont 2020

EU-CaRE wird von Horizont 2020, dem aktuellen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union, gefördert. Der Förderantrag, den das EU-CaRE-Team gestellt hat, wurde von der Europäischen Kommission exzellent bewertet, die Erfolgsrate betrug lediglich 5,9%.

Isala Heart Center

Das Team von Kardiologen, Thoraxchirurgen und weiterem spezialisierten Personal des Isala Heart Center Zwolle (Niederlanden) behandelt eine große Bandbreite von Herzerkrankungen. Das Isala Heart Center zeichnet sich durch hohe Qualität und Professionalität aus, mit dem Ziel, zu den besten in Europa zu gehören. Neben der Behandlung von Patienten, liegt der Fokus auf Schulungen und Forschungsarbeit.